Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zur Daseinsvorsorge in Deutschland zeigt: Fritzlar steht im bundesweiten Vergleich ordentlich da. In der Gesamtbewertung erreicht unsere Stadt Rang 1.441 und wird damit als „sehr gut“ eingestuft. Im Vergleich der Kommunen im Schwalm-Eder-Kreis liegt Fritzlar im vorderen Bereich.
Die Studie betrachtet verschiedene Bereiche der Daseinsvorsorge, darunter Digitales, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Bildung. Gerade diese Breite macht die Ergebnisse interessant: Es geht nicht nur um einzelne Angebote, sondern um die Frage, wie gut eine Kommune insgesamt im Alltag funktioniert.
Fritzlar hat Stärken
Positiv fällt auf, dass Fritzlar insgesamt gut bewertet wird. Besonders im Bereich Gesundheit liegt Fritzlar mit Rang 1.317 vergleichsweise stark. Auch bei Freizeit und Mobilität bewegt sich die Stadt im soliden Bereich.
Das ist wichtig, denn Daseinsvorsorge ist mehr als ein abstrakter Fachbegriff. Sie entscheidet darüber, ob Menschen ärztliche Versorgung erreichen, ob Familien gute Bildungs- und Betreuungsangebote finden, ob Mobilität funktioniert und ob es Orte für Begegnung, Sport und Kultur gibt.
Digitalisierung bleibt Schwachpunkt
Deutlich kritischer ist der Blick auf die Digitalisierung. Hier landet Fritzlar nur auf Rang 6.478. Das ist kein Grund für Alarmismus, aber ein klarer Hinweis: Bei digitaler Infrastruktur, digitalen Verwaltungsangeboten und moderner Kommunikation zwischen Stadt und Bürgerinnen und Bürgern darf Fritzlar nicht stehen bleiben.
Gerade hier sehe ich einen wichtigen kommunalpolitischen Auftrag. Eine moderne Stadt braucht verständliche digitale Angebote, transparente Informationen und einfache Wege zur Verwaltung.
Gute Werte müssen überall spürbar sein
Ein Ranking ersetzt keine Alltagserfahrung. Entscheidend ist, ob gute Daseinsvorsorge auch in den Stadtteilen ankommt. Deshalb müssen wir genauer hinschauen: Wo funktionieren Angebote gut? Wo gibt es Lücken? Und wie können Ortsbeiräte, Vereine und Bürgerinnen und Bürger besser eingebunden werden?
Mein Fazit: Fritzlar hat eine gute Ausgangslage. Aber gute Daseinsvorsorge ist kein Besitzstand. Sie muss gepflegt, weiterentwickelt und gerecht über Kernstadt und Stadtteile verteilt werden.
Der Schwalm-Eder-Kreis im Überblick
Quelle der Studie – Diermeier, Matthias / Doliesen, Konrad / Fremerey, Melinda / Böhmer, Hendrik / Engler, Jan Felix / Wendt, Jan, 2026, Geographien der Unzufriedenheit – Daseinsvorsorge. Empirische Bestandsaufnahme und politische Implikationen, Gutachten im Auftrag der Philip Morris GmbH, Köln / Berlin